Mittelwellenradio (Audion)

Jeder Hobbyelektroniker wird sicher irgendwann einmal ein einfaches Radio bauen wollen. Meistens werden hier Schaltbilder für Mittelwellenradios verwendet, um erste Erfahrungen im Bau von Radiogeräten zu sammeln. Die hier vorgestellte Schaltung ist ebenfalls für den Mittelwellenbereich vorgesehen, kann aber durch die Verwendung einer anderen Schwingkreisspule auch auf den Empfang von Kurzwellensendern erweitert werden. Die Abstimmung kann entweder durch einen gewöhnlichen Drehkondensator mit etwa 500 Pikofarad erfolgen oder auch durch eine sogenannte Kapazitätsdiode des Typs BB112 und ein Potentiometer.

Schaltbild des Mittelwellenradios mit Kapazitätsdiode. Bild ist durch Anklicken vergrößerbar.
Schaltbild des Mittelwellenradios mit Kapazitätsdiode. Bild ist durch Anklicken vergrößerbar.
Schaltbild des Mittelwellenradios mit Drehkondensator. Bild ist durch Anklicken vergrößerbar.
Schaltbild des Mittelwellenradios mit Drehkondensator. Bild ist durch Anklicken vergrößerbar.

Die Schaltung oben verwendet zur Frequenzeinstellung eine Kapazitätsdiode. Bei diesen Bauteilen handelt es sich um Dioden, die in Sperrrichtung betrieben werden und spannungsabhängig eine Kapazität bestimmter Größe darstellen. Im Prinzip kann fast jede Diode (oder LED) als Kapazitätsdiode dienen. Allerdings besitzen spezielle Kapazitätsdioden wie die BB112 wesentlich höhere Kapazitätswerte als andere Dioden. Die Kapazität nimmt übrigens mit steigender Spannung ab. Der Spannungsbereich liegt bei der BB112 im Bereich von 1 bis 8 Volt, die Kapazität zwischen rund 30 und 500 Pikofarad. Die Frequenzeinstellung kann über ein Potentiometer erfolgen, das die Spannung an der Diode und damit die Kapazität verändert. Der Vorteil: Kapazitätsdioden sind wesentlich kleiner. Das Poti kann an beliebiger Stelle montiert werden. Außerdem sind Drehkondensatoren heute nicht gerade einfach und preisgünstig zu bekommen, es sei denn, man baut sie aus alten Radiogeräten aus.

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Aufbau des Radios auf einer Lochrasterplatine. Version mit Kapazitätsdiode.
Aufbau des Radios auf einer Lochrasterplatine. Version mit Kapazitätsdiode.

Hier wurde die Schaltung (die Version mit Kapazitätsdiode) auf einer Lochrasterplatine aufgebaut. Der Aufwand hält sich wegen der relativ einfachen Schaltung in Grenzen. Die Stromversorgung kann über eine 9-Volt-Blockbatterie oder ein geeignetes Netzteil erfolgen. Die Stromaufnahme der Radioschaltung ist nur sehr gering. Am Ausgang wird einfach ein handelsüblicher Kopfhörer angeschlossen. Am besten schaltet man dazu die beiden Hörer in Reihe, sodass sich eine Gesamtimpedanz von 32 Ohm ergibt.

Das Radio mit angeschlossener Rahmenantenne aus einem Keilrahmen.
Das Radio mit angeschlossener Rahmenantenne aus einem Keilrahmen.

Als Antenne dient eine sogenannte Rahmenantenne, die aus einem Keilrahmen mit abgenommener Leinwand besteht. Auf diesem Rahmen habe ich 15 Windungen aus isoliertem Kupferdraht aufgewickelt.

Noch ein paar abschließende Bemerkungen zum Mittelwellenempfang


Leider wurde in den letzten Jahren der Mittelwellenempfang immer mehr eingeschränkt. Dies hängt damit zusammen, dass viele der ehemals aktiven Mittelwellensender innerhalb der letzten Jahre entweder abgeschaltet wurden oder nur noch zu bestimmten Tageszeiten aktiv sind. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich tagsüber so gut wie keinen Sender mehr empfangen kann. Es war ja schon immer so, dass der Empfang auf Mittelwelle oder Kurzwelle abends alleine wegen der atmosphärischen Bedingungen besser war als tagsüber. Wenn Sie beabsichtigen, dieses Radio auch einmal aufzubauen, wundern Sie sich also nicht darüber, wenn sie tagsüber entweder keinen Empfang haben oder nur sehr wenige Sender empfangen können. Probieren Sie es einfach nach Einbruch der Dunkelheit noch einmal.

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