Die defekte LED-Taschenlampe

Die LED-Taschenlampe mit "Lichteffekt".
Die LED-Taschenlampe mit "Lichteffekt".

Normalerweise sollte eine Taschenlampe leuchten, und das möglichst hell und gleichmäßig. Dieses Exemplar hier tat dies anfangs auch, und das sogar mit einer super Helligkeit. Irgendwann einmal jedoch fing die Taschenlampe auf einmal an, während des Leuchtens stark zu flackern. Dass dies beim Gebrauch einer Taschenlampe äußerst störend ist, brauche ich glaube ich nicht extra zu erwähnen. Als mir die Flackerei irgendwann richtig auf die Nerven ging, beschloss ich, dieses Phänomen und seine Ursache weiter zu untersuchen. Da die LED-Taschenlampe so nicht weiter zu gebrauchen war, beschloss ich, sie auseinanderzunehmen. Dabei stellte sich heraus, dass die neun LEDs alle parallel geschaltet und ohne Vorwiderstand direkt mit der Batterie verbunden waren (natürlich über einen entsprechenden Schalter). Dabei weiß doch nun fast jeder, dass man LEDs niemals ohne Vorwiderstand betreiben sollte.

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Diese Batteriehalterung mit drei Microzellen dient als Spannungsquelle (aber ohne Vorwiderstand).
Diese Batteriehalterung mit drei Microzellen dient als Spannungsquelle (aber ohne Vorwiderstand).

Die Stromversorgung der LED-Taschenlampe erfolgte mithilfe einer Batteriehalterung und drei dort eingesetzten Microzellen. An den Leuchtdioden der Taschenlampe lag also eine Spannung von 4,5 Volt an, und das wie gesagt ohne Vorwiderstand. Ich kenne zwar die Betriebsspannung der hier verwendeten Leuchtdioden nicht, glaube aber kaum, dass diese mit 4,5 Volt ohne einen den Strom begrenzenden Widerstand betrieben werden sollten. Mit anderen Worten: Hier wurde am falschen Ende gespart. Besäße die Taschenlampe einen Vorwiderstand für die Leuchtdioden, würde sie wahrscheinlich auch heute noch ohne zu flackern einwandfrei funktionieren. Wegen der Überlastung durch den zu hohen Durchlassstrom haben einige der Leuchtdioden im Laufe der Zeit das Zeitliche gesegnet. Normalerweise fallen die Leuchtdioden dann komplett aus oder verlieren deutlich an Leuchtkraft. Bei dieser Taschenlampe allerdings sollte es anders kommen. Statt deutlich an Leuchtkraft einzubüßen oder komplett auszufallen, verwandelte sich diese LED-Taschenlampe in einer Art Lichteffektgerät. In dem YouTube-Video unten kann man deutlich das starke Flackern einzelner LEDs erkennen.

Nachtrag

Anscheinend werden die meisten dieser LED-Taschenlampen ohne Vorwiderstände betrieben. In der Abbildung sehen Sie zwei geöffnete Taschenlampen. Auf deren Platinen sind keine Widerstände eingesetzt worden. Lediglich die LEDs sind vorhanden und werden direkt an der Batteriespannung von 3 × 1,5 V betrieben. Anscheinend geschieht dies häufig wegen einer möglichst hellen Beleuchtung durch die dort eingesetzten LEDs, quasi ohne Rücksicht auf Verluste. Die meisten dieser Taschenlampen werden im Laufe der Zeit immer schwächer. Auch die hier gezeigten Exemplare zeigen bereits derartige Verschleißerscheinungen. Leider lässt sich bei den Lampen nicht immer auf Anhieb erkennen, ob ein Vorwiderstand eingebaut wurde oder nicht. Der Preis lässt auch keinerlei Rückschlüsse zu, da die super billigen Taschenlampen oben im Bild ebenso keine Widerstände aufwiesen wie die deutlich teurere Taschenlampe, die nach einiger Zeit anfing zu flackern.

1,5 Volt statt 4,5 Volt

Repariert werden können solche Taschenlampen höchstens durch den Austausch einzelner LEDs. Allerdings werden die Taschenlampe in der Regel durch die Demontage der Platine irreparabel beschädigt. Außerdem dürfte sich ein Austausch auch preislich kaum lohnen.  Ich benutze übrigens heute Taschenlampen, welche mit einer einzigen 1,5-V-Batterie auskommen. Diese Exemplare besitzen einen integrierten Spannungswandler für die LEDs, die bekannterweise mit einer einzigen Batteriezelle sonst nicht funktionieren. Ich habe mit solchen Taschenlampen sehr gute Erfahrungen gemacht, auch, da immer nur eine einzige Batteriezelle (oder Akku) benötigt wird.

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