Camcorder Sanyo VRC 100P Betamax Camcorder von 1983

Sanyo VRC 100 P Betacam Camcorder von 1983

Der hier vorgestellte Camcorder Sanyo VRC 100P zeichnet Videos auf sogenannten Betamax-Videokassetten auf. Dies ist ein altes Videokassettenformat, das bereits seit langer Zeit ausgestorben ist. Es konnte sich gegenüber dem konkurrierenden Videoformat VHS nicht durchsetzen. Dieser Camcorder ist übrigens mit einem Gerät von Sony des Typs BMC-100P baugleich. Es handelt sich bei diesem Gerät um den ersten Camcorder, der sowohl Videokamera als auch Videorekorder in einem Gehäuse vereint. Dieses Gerät hier stammt aus dem Jahre 1983. Die Videoaufnahme erfolgt durch eine spezielle Trinicon-Aufnahmeröhre. Die Videoaufzeichnung erfolgt wie bereits erwähnt auf Videokassetten des Systems Betamax. Die bei diesem System verwendeten Videokassetten sind übrigens etwas kleiner als die damals konkurrierenden Kassetten der Systeme VHS und Video 2000. Rein äußerlich befindet sich dieses Gerät hier noch in einem recht guten Zustand. Der Akku befindet sich übrigens im vorderen Griff des Gerätes, der auch schwenkbar ist. Da hier ganz normale Videokassetten verwendet werden, beträgt die maximale Aufnahmezeit mehr als drei Stunden, ganz im Gegensatz zu späteren Camcordern, welche wesentlich kleinere Kassettenformate mit geringerer Spielzeit verwenden. Allerdings wird diese maximale Aufnahmezeit durch mehrere notwendige Akkuwechsel unterbrochen, da die Spieldauer mit einem voll aufgeladenen Akku deutlich geringer ist.

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Der optische Sucher der Kamera kann beim Nichtgebrauch des Gerätes nach oben geklappt werden. Auf diese Weise lässt sich die Kamera besser in einer Tasche verstauen. Leider besitzt der Camcorder Sanyo VRC 100P keinen elektronischen Sucher. Der optische Sucher nimmt außerdem sehr viel Licht weg, weshalb sich die Kamera besser für den Außeneinsatz bei guter Beleuchtung geeignet. Natürlich ist dies nicht nur wegen des Suchers der Fall, sondern auch wegen der Aufnahmetechnik mit Aufnahmeröhre, deren Lichtempfindlichkeit bauartbedingt deutlich geringer ist als die der meisten heutigen Kameras.

Hier ist das Gehäuse des Gerätes von der anderen Seite aus zu sehen. Im hinteren Bereich befindet sich das Kassettenlaufwerk zur Aufnahme der Videokassetten des Formats Betamax. Man kann auch sehr gut erkennen, dass es sich um eine Farbkamera handelt. Das Logo dieses Videoformats Betamax ist auf dem Kassettenfachdeckel zu sehen (das blaue Logo mit dem griechischen Buchstaben Beta). Im unteren Bereich des Gerätes befinden sich Anschlüsse für ein externes Netzteil, einen Kopfhörer, eine Fernbedienung zum Starten und Stoppen der Aufnahme sowie ein Mikrofonanschluss. Übrigens kann mit dem eingebauten Videorekorder das Band nur aufgezeichnet werden. Eine Wiedergabemöglichkeit bietet das Gerät nicht. Außerdem sollten nur zurückgespulte Kassetten eingelegt werden, da die Bänder auch nicht am Ende der Aufnahme zurückgespult werden können. Legt man die Videokassette ein, so wird das Band eingefädelt. Durch einen Druck auf die Aufnahmetaste wird dann die Aufnahme entweder gestartet oder gestoppt.

Hier ist noch einmal der vordere Teil der Kamera mit dem Akkufach im Griff zu sehen. Der hier verwendete Akku hat eine Spannung von 9,6 Volt. Es handelt sich um einen Akkupack, bestehend aus acht einzelnen Nickel-Cadmium-Akkus im Inneren. Natürlich war der Akku vollständig entladen, als ich das Gerät bekam. Der Akku selbst ist weiter unten abgebildet.

Ein Blick ins Innere des Sanyo VRC 100P. In diesem Bild ist die Hauptplatine des Gerätes zu sehen. Direkt dahinter befindet sich das Kassettenlaufwerk.

Gut versteckt in der Nähe des Netzteilanschlusses im oberen, linken Bereich befindet sich eine Glassicherung. Wie diese ausgetauscht wird, ist mir allerdings ein Rätsel. Wahrscheinlich muss dazu die Anschlussplatine komplett ausgebaut werden.

Hier ist das Kassettenlaufwerk für die Betamax-Videokassetten zu sehen. Es ist etwas kleiner als ein typisches Laufwerk für VHS-Kassetten. Optisch wirkt das ganze Videogerät noch recht gepflegt, sodass ich guter Hoffnung war, das Gerät in einem funktionsfähigen Zustand bringen zu können.

In diesem Bild ist noch einmal das Kassettenfach zu sehen. Direkt dahinter befindet sich die Kopftrommel. Sogar den Anschlusssockel für die Aufnahmeröhre kann man im vorderen, linken Bereich des Laufwerksschachtes erkennen, wenn man genau hinschaut.

Hier ist der in diesem Gerät verwendete Akku mit der Bezeichnung NP-11 zu sehen. Auf seiner Rückseite aufgedruckt ist das Herstellungsdatum vom Dezember 1983. Ob man diesen Akku noch einmal reaktivieren kann, ist äußerst fraglich. Die Kamera auf jeden Fall wollte zunächst nicht funktionieren. Als ich ein externes Netzteil angeschlossen hatte, tat sich zunächst einmal gar nichts. Wahrscheinlich handelte es sich nur um einen Kontaktmangel an der Anschlussbuchse. Nach dem Öffnen des Gerätes und einem erneuten Versuch ließ sich das Gerät tatsächlich einschalten. Allerdings musste ich dazu einen Schalter im Kassettenfach überlisten. Das Gerät lässt sich nämlich normalerweise nur mit eingelegter Kassette einschalten. Ich habe quasi eine eingelegte Kassette simuliert. Auf diese Weise gelang es mir, das Gerät zumindest in Betrieb zu nehmen. Die Mechanik zum Einfädeln des Videobandes wurde aktiviert und die Kopftrommel lief ebenfalls an. Soweit schien alles ganz normal zu funktionieren.

Die Kamera ohne Videoausgang

Der Camcorder besitzt neben der reinen Aufnahmefunktion noch eine weitere (leider nachteilige) Besonderheit. Das Videosignal aus der Aufnahmeröhre wird nicht zu einem Composite-Video-kompatiblen Videosignal aufbereitet, weshalb dieser Camcorder auch keinen entsprechenden Ausgang zum Anschluss eines externen Monitors besitzt. Die einzige Möglichkeit, die mit der Kamera aufgenommenen Videos zu begutachten besteht darin, eine Videoaufzeichnung auf einer Kassette vorzunehmen und die Kassette mit einem Videoabspielgerät oder Videorekorder zu überprüfen. Wie bereits erwähnt, besitzt das Gerät ja noch nicht einmal einen elektronischen Sucher. Leider besitze ich zur Zeit noch keine Videokassette und keinen Videorekorder für das Betamax-Videoformat, sodass ich im Moment diese Möglichkeit nicht nutzen kann, um das Bild der Aufnahmeröhre zu überprüfen. Ich habe allerdings an einer Stelle der Hauptplatine ein Signal abgreifen und einem Videomonitor zuführen können. Das hier zu sehende Bild ist zwar nur schwarz-weiß, ermöglicht es aber doch, die generelle Funktion der Videokamera zu überprüfen. Vielleicht ergibt sich irgendwann einmal die Möglichkeit, mit dem Gerät eine Videoaufnahme anzufertigen und diese mithilfe eines Videorekorders zu überprüfen.

Hier ist der geöffnete Akkupack des Camcorders zu sehen. Man kann deutlich die acht Akkuzellen erkennen. In der Mitte der vier rechten Akkus befindet sich übrigens eine kleine Temperatursicherung, welche die Verbindung zweier Akkus innerhalb der Reihenschaltung unterbricht, wenn eine bestimmte Temperatur überschritten wird. Bei den Akkus hier handelt es sich um Nickel-Cadmium-Akkus, welche heute nicht mehr verkauft werden. Sollte also ein solcher Akkupack wieder aufbereitet werden, müssen dafür andere Akkus eingesetzt werden.

Diese Akkus sind bereits mehr als 30 Jahre alt. Laut Aufdruck auf dem Akkupack wurde dieser im Dezember 1983 hergestellt. Natürlich war der Akku komplett entladen. An der gesamten Reihenschaltung konnte eine Akkuspannung von etwa 0,5 Volt gemessen werden. Ich wagte einen Versuch und schloss den Akku an ein Ladegerät an. Tatsächlich baute sich eine Spannung auf, die auch nach einigen Stunden noch etwa den Nennwert der Akkus in Höhe von 9,6 V entsprach. Das Bild oben zeigt die Akkus mit einer angeschlossenen Glühlampe. Diese brannte mehrere Stunden, bis die Akkus entladen waren. Ich hatte schon deutlich jüngere Akkus, die schon nach einem oder zwei Jahren nicht mehr die Kapazität besaßen wie diese Akkus hier nach mehr als 30 Jahren.

Nachtrag: Da ich inzwischen stolzer Besitzer eines Betamax-Videorekorders bin, konnte ich natürlich auch die Aufnahmequalität dieser Videokamera endlich ausprobieren. Nach einer gründlichen Reinigung der Bandführungen sowie der Kopftrommel und der ersten Probeaufnahme konnte ich erfolgreiche Probeaufnahmen durchführen. Die Handhabung ist sehr ungewöhnlich, da es ja keine Möglichkeit gibt, vor der eigentlichen Aufnahme genau zu kontrollieren, was später auf dem Band aufgezeichnet wird. Der Bildausschnitt des Suchers stimmt nicht ganz mit der späteren Aufnahme überein. Außerdem ist die Lichtempfindlichkeit der Kamera im Vergleich zu heutigen Geräten sehr gering. Selbst bei einem relativ gut beleuchtete Raum wird die ganze Aufnahme noch zu wenig belichtet. Die Kamera eignet sich also mehr dafür, im Außenbereich Videos aufzunehmen. Doch zumindest funktioniert sie.

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