IPC Porta-PC P5-486 von 1992

Wie sahen eigentlich Computer, oder besser gesagt Laptops, vor rund 30 Jahren aus? Wenn Sie dies interessiert, werfen Sie einfach einen Blick auf das Bild oben. Es zeigt einen tragbaren Computer des Typs IPC Porta-PC P5-486 aus einer Zeit um 1992 herum. Die technischen Daten sind aus heutiger Sicht recht beeindruckend - wenn auch in besonderer Weise. Der Prozessor in diesem Gerät arbeitet mit einer Taktfrequenz von 25 MHz (heute sind Taktfrequenzen von mehreren Gigahertz gängig, sogar in Smartphones und Tablets). Die Grafikkarte hat satte 512 MB Speicher (wohlgemerkt: Megabyte, nicht Gigabyte). Auch die Festplatte hat mit rund 120 MB (wieder: Megabyte, nicht Gigabyte) eine beeindruckende Kapazität. Bereis mit ein paar hochwertigen MP3-Aufnahmen wäre sie voll. Noch nicht mal ein Video von einigen Minuten Spielzeit in einer ansehnlichen Bildqualität könnte sie abspeichern.

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Immerhin ist auf diesem Rechner schon Windows installiert. Auf vielen damaligen Computern lief nur MS-DOS (ein Betriebssystem ohne Benutzeroberfläche, steuerbar durch Tastatureingaben und nur vereinzelt mit einer Maussteuerung). Windows 3.1 kam übrigens ebenfalls 1992 heraus, war damals also brandneu und sollte ein richtiger Verkaufsschlager werden. Von Internet, E-Mail, Social-Media oder gar Videostreaming war zur damaligen Zeit noch keine Rede. Einige werden sich jetzt möglicherweise fragen, was man damals eigentlich mit solchen Computern gemacht hat. Auf diesem Exemplar hier war Microsoft Office installiert, das bekannte Programmpaket, bestehend aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie einigen anderen Komponenten. Auch hier handelt es sich natürlich um eine sehr frühe Version (Version 4.2). Man konnte also mit diesem Rechner immerhin schon die tägliche Büroarbeit erledigen, wenn auch das kleine Monochromdisplay eine besonders hohe Auflösung liefert. Aber immerhin war es schon ein tragbarer Rechner, auf dem die damals gängigen Büroanwendungen liefen.

Die Tastatur funktioniert auch noch all den Jahren noch. Sie weist keine Besonderheiten auf. Lediglich die heute bekannten Windows-Tasten gab es damals noch nicht. Diese wurden erst später eingeführt. Vor der Tastatur befindet sich ein Steuerungselement für die Benutzeroberfläche, in etwa vergleichbar mit einer Maus. Die Kugel in der Mitte ist eine Art Trackball zur Steuerung des Mauszeigers. Zum Einspielen von Software muss ein Diskettenlaufwerk herhalten, ein CD-ROM-Laufwerk oder gar ein DVD-Laufwerk besitzt dieser Computer noch nicht. Auch USB-Memorysticks (und die dazugehörigen USB-Anschlüsse) kannte man Jahre 1992 noch nicht. Der erste USB-Anschluss wurde erst im Jahr 1996 eingeführt.

Für die Unterhaltung auch unterwegs war allerdings schon bestens gesorgt. In Windows 3.1 enthalten sind bereits einige Spiele, die bei manchen möglicherweise noch die eine oder andere Erinnerung wecken (im Bild zu sehen Solitär, ebenfalls installiert war das Spiel Minesweeper).

Doch zurück zur Technik dieses Computers. Im Bild zu sehen ist das BIOS des IPC Porta-PC P5-486, das durch Drücken der DEL-Taste während der Einschaltmeldung aufgerufen werden kann. Das Bild zeigt die Grundkonfiguration des Computers mit den Einstellungen zum Datum, zur Zeit und zu den Laufwerken. Man sieht die einzelnen Einstellungen für die Festplatte, die hier noch von Hand vorgenommen werden (Angaben zu Zylindern, Köpfen und Sektoren). Allerdings besitzt dieser Computer schon eine automatische Erkennung der angeschlossenen Festplatte, was damals keineswegs selbstverständlich war. Ebenfalls zu sehen ist die Größe des Arbeitsspeichers, der mit rund 8 MB aus heutiger gesehen geradezu lächerlich klein wirkt. Damals war die Speicherkapazität allerdings für die meisten Anwendungen vollkommen ausreichend. Man sieht hier ganz deutlich, mit wie wenig Speicher man damals ausgekommen ist, um einen kompletten Rechner samt Betriebssystem und Bürosoftware zu betreiben (ganz im Gegensatz zu heute, wo mit Speicherplatz geradezu herum geaast wird).

Der IPC Porta-PC P5-486 bei dieser Form nicht mehr funktionsfähig. Der Akku war wahrscheinlich seit mehreren Jahren komplett entladen, außerdem musste das Gerät ohnehin zerlegt werden, da das eingebaute Diskettenlaufwerk nicht mehr funktionierte. Auch die Festplatte wurde nicht mehr erkannt. Das Bild oben zeigt das Mainboard des Computers. Rechts zu sehen ist die Einbaustelle für die Speicherbatterie für die BIOS-Einstellungen bzw. für den CMOS-Speicher. Auch diese Batterie war inzwischen vollständig entladen und musste ausgewechselt werden.

Dieses Bild zeigt die Platine mit der Ladeelektronik für den integrierten Akku und den Inverter für die Beleuchtung des Displays. Zur damaligen Zeit verwendete man für die Hintergrundbeleuchtung noch so genannte Kaltkathodenröhren in Miniaturbauform. Oben rechts auf der Platine zu sehen sind die Anschlüsse für den herausnehmbaren Akku (hier noch in Nickel-Cadmium-Ausführung). Später sollte sich herausstellen, dass der Akku sogar noch eine gewisse Kapazität hatte. Immerhin konnte das Gerät noch einige Zeit mit aufgeladenem Akku in Betrieb genommen werden.

Dies ist die Festplatte des Laptops mit einer Speicherkapazität von 120 MB. Heute haben wesentlich kleinere USB-Sticks oder Speicherkarten ein Vielfaches der Speicherkapazität dieser Festplatte. Leider war diese Festplatte nicht mehr funktionsfähig.

Nach dem vorsichtigen Öffnen der Festplatte (am besten nicht nachmachen) sollte sich herausstellen, dass der Schreib-Lesekopf sich gar nicht mehr auf der Platte bewegte und daher die einzelnen Spuren und Sektoren nicht mehr aufgerufen werden konnten. Diese Festplatte war wahrscheinlich für viele Jahre nicht in Betrieb. Der im Bild zu sehende Hebel mit den Köpfen hing schlicht und einfach fest. Er konnte allerdings vorsichtig wieder gangbar gemacht werden. Die Festplatte wurde danach sogar wieder erkannt, auf die darauf enthaltenen Daten konnte ebenfalls wieder zugegriffen werden. Wie lange dies allerdings funktioniert, weiß man nicht. Es könnte natürlich sein, dass die Festplatte nach längerer Lagerung wieder den gleichen Fehler zeigt. Außerdem können natürlich bei einer so alten Festplatte immer wieder mal Schreibfehler bzw. Sektorenfehler auftreten.

Um das defekte Diskettenlaufwerk auszubauen, musste der Computer komplett zerlegt werden. Das Diskettenlaufwerk befindet sich vorne in der Mitte unter der Zusatzplatine, die normalerweise mit dem Mainboard verbunden ist. Links zu sehen ist das lange Einschubfach für den Akku, der einen großen Teil des Geräteinneren für sich beansprucht. Hinten in der Mitte zu sehen ist das Einbaufach für die Festplatte. Vorne rechts befinden sich noch zwei Einschübe für PCMCIA-Karten, Steckkarten, die unterschiedliche Funktionen erfüllen können. Häufig wurden in den damaligen Computern auch Netzwerkkarten mit dieser Schnittstelle eingebaut.

Hier ist das ausgebaute Diskettenlaufwerk zu sehen. Es wird über ein Flachkabel mit 26 Anschlüssen mit der Hauptplatine des Computers verbunden (Bild oben zu sehen). Noch montiert ist ebenfalls die Einbauhalterung für das Diskettenlaufwerk, das übrigens sehr kompakt aufgebaut ist.

Nach dem Öffnen des Laufwerks stellte sich heraus, dass der Antriebsriemen sich in seine Bestandteile aufgelöst hatte. Einen vorigen Funktionstest machte das Laufwerk nur noch laute Geräusche, die wahrscheinlich von dem kleinen Antriebsmotor kamen, der laut aufheulte. Bei der Gelegenheit wurde das Laufwerk auch gleich gründlich gereinigt und von Staub und Schmutz befreit.

Nachdem alles wieder zusammengebaut wurde, fuhr auch das Betriebssystem wieder hoch. Zunächst wird MS-DOS gestartet, durch die Eingabe des Befehls "win" konnte Windows gestartet werden. Der Computer ist soweit wieder funktionsfähig, allerdings bleibt natürlich die Frage, was außer Nostalgie noch für eine Nutzung für diesen kleinen tragbaren Computer bleibt. Interessant zu sehen ist es allemal, wie vor rund 30 Jahren Computer und Laptops gebaut wurden und was diese konnten bzw. wie diese ausgestattet waren. Immerhin war es schon möglich, Tabellen oder Schriftdokumente zu erstellen und diese bei Bedarf auf einen Drucker auszugeben. Mithilfe der doch recht leistungsfähigen Officesoftware konnte man auch mit einem solchen Gerät schon damals professionelle Dokumente erstellen, wenn auch das einfache Versenden per E-Mail nicht ging, wie dies heute möglich ist.

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