TFT-Monitor bzw. Flachbildschirm mit defekter CCFL-Beleuchtung

TFT-Monitor mit 17 Zoll Diagonale

Auch Flachbildschirme können ausfallen

Schon lange guckt man auch bei einem Computermonitor nicht mehr in die Röhre, sondern auf einen Flachbildschirm. Schon seit mittlerweile einigen Jahren gibt es diese praktischen Bildschirme, die den Schreibtisch nicht so schnell blockieren wie ein Röhrenmonitor gleicher Größe. Da nichts für die Ewigkeit gebaut ist, kann es natürlich auch hier einmal zu Ausfällen kommen. Auch mein 17-Zoll-Computerbildschirm wollte eines Tages nicht mehr richtig funktionieren. Während der Computer hochfuhr, verschwand auf einmal das Bild. Zunächst dachte ich, dass der Computer nicht mehr richtig starten würde. Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass es der Bildschirm war, der die Fehlerursache darstellte. Genau gesagt handelte es sich um die Beleuchtung des Bildschirms, die nach einigen Sekunden ausfiel.

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Netzteil, Signalverarbeitung und Inverter für die Displaybeleuchtung

 

Natürlich wollte ich den Fehler nicht einfach so hinnehmen, sondern der Sache auf den Grund gehen. Also entschloss ich mich, den Computermonitor einmal zu zerlegen. Nachdem mir es gelungen war, dass Gehäuse des Bildschirms (fast) ohne Beschädigungen zu öffnen, fand ich im Inneren neben dem eigentlichen Display die abgeschirmte Elektronik vor. Nachdem ich auch diese aus ihrem Metallkäfig befreit hatte, fand ich zwei Platinen vor, welche die Signalverarbeitung des Bildschirms beinhalten (die Platine links im Bild) sowie das Netzteil und den Inverter für die CCFL-Beleuchtung des Displays (auf der rechten Platine). Die Signalverarbeitung funktionierte ja nach wie vor, weshalb der Fehler auf der rechten Platine zu suchen war.

Fehler in Netzteil durch defekte Elektrolytkondensatoren

 

Als ich mir das Netzteil etwas näher ansah, bemerkte ich, dass einige der Elektrolytkondensatoren oben am Aluminiumbecher stark ausgebeult waren. Ich kannte dieses Phänomen schon von anderen Netzteilen und beschloss mich dazu, die offensichtlich defekten Elektrolytkondensatoren sowie einige mehr gegen neue auszuwechseln. Es handelt sich hier um eine häufige Fehlerursache für den Ausfall von Bildschirmen sowie Schaltnetzteile in den anderen Geräten. Sogar auf Computer-Mainboards und Grafikkarten habe ich schon derartig ausgebeulte Elektrolytkondensatoren vorgefunden, welche dort für Fehlfunktionen sorgten.

Der Anschluss der Kaltkathodenröhren

 

In diesem Bild sind die Anschlüsse der Leuchtstoffröhren zu sehen, die mit dem Hochspannungsteil des Spannungsinverters verbunden werden. Es handelt sich hier um vier einzelne Leuchtstoffröhren, von denen jeweils zwei Stück oben und unten am Display angebracht wurden.

Das reparierte Netzteil mit neuen Elektrolytkondensatoren

 

Ich entschloss mich dazu, zunächst die zwei defekten Elektrolytkondensatoren auszuwechseln und einen ersten Probelauf durchzuführen. Dazu musste ich allerdings zunächst die Rückseite des Displays isolieren, um die Platinen für den Probelauf darauflegen zu können. Natürlich ist diese Sache nicht ganz ungefährlich, weshalb ich an dieser Stelle ausdrücklich davon abraten möchte, solche Aktionen durchzuführen.

Hier sind deutlich die Leuchtstoffröhren für die Beleuchtung des Monitordisplays zu sehen. Jeweils oben und unten am Display befinden sich zwei dieser Leuchtstoffröhren, die für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Bildschirms sorgen sollen. Wie man im Bild sehr gut erkennen kann, sind die Röhren in der Nähe der Anschlüsse stark schwarz eingefärbt. Wahrscheinlich ist dieser Einfärbung auf die bereits sehr lange Betriebsdauer des Gerätes zurückzuführen. Übrigens entwickeln diese Röhren während des Betriebs doch eine beträchtliche Wärme.

Ich habe mal versucht, die über Stoffröhren während des Betriebs zu fotografieren, was man auf diesem Bild gut erkennen kann. Was man hier allerdings nicht so gut erkennen kann, ist die extreme Helligkeit, mit der die Leuchtstoffröhren leuchten. Aber die enorme Leistung ist auch notwendig, um den Bildschirm in einer ausreichenden Stärke zu beleuchten. Das Display des Monitors ist zwar durchsichtig, schluckt aber jede Menge Licht. Dies wird besonders dann deutlich, wenn man sich das einzelne Display ohne die Beleuchtung einmal genauer ansieht.

In diesem Bild ist zu sehen, wie ich die ganze Monitorschaltung außerhalb des Gehäuses in Betrieb genommen habe. Ich möchte aber ausdrücklich davon abraten, solche Experimente selbst durchzuführen, da die Netzspannung im Netzteil lebensgefährlich ist. Man könnte das Display auch an eine Fensterscheibe halten und ohne die Beleuchtung betreiben (aber nur dann, wenn draußen die Sonne scheint und es hell genug ist).

Würde man die Inverterschaltung für die Displaybeleuchtung separat in Betrieb nehmen, könnte man das Ganze auch als beleuchtete Unterlage nehmen bzw. als Leuchttisch. Ich konnte übrigens auch feststellen, dass die Leuchtstoffröhren für die Beleuchtung schon recht betagt sind. Besonders direkt nach dem Einschalten war ein deutlicher Rotstich zu sehen, der nach einigen Minuten des Betriebs verschwand.

Die komplette Elektronik des Monitors. Die schmale Platine oben im Bild befand sich übrigens direkt hinter dem Display und seiner Beleuchtung und ist mit Flexprintkabeln mit dem Display verbunden. Die linke Platine enthält das Netzteil und die Inverterschaltung für die Beleuchtung. Die kleinere Platine dient der Signalverarbeitung.


Modernere Flachbildschirme besitzen heute meistens LED-Beleuchtungen, die nicht mehr so ganz fehleranfällig sind wie die in älteren Geräten hauptsächlich eingesetzten CCFL-Beleuchtungen. Die LED-Beleuchtungen haben zudem den Vorteil, dass sie wesentlich stromsparender betrieben werden können.

Fotos und Texte in diesem Beitrag: Gerd Weichhaus

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